Außenminister Frank-Walter Steinmeier zum Tod von Helmut Schmidt

Zum Tod von Altkanzler Helmut Schmidt sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier heute (10.11.) in Berlin:

Altbundeskanzler Helmut Schmidt (Archivbild) Bild vergrößern (© Thomas Koehler/photothek.net)

"Deutschland hält inne. Der Tod Helmut Schmidts erfüllt mich mit tiefer Trauer.

Wir Deutschen haben eine Vaterfigur verloren. Helmut Schmidt hat uns und unser Land tief geprägt. Generationen – auch ich – haben seine Klugheit und Autorität gesucht und geschätzt – bis an sein Lebensende in einem gesegneten Alter.

Helmut Schmidt war nicht nur Kanzler der Deutschen – er war Mentor der Deutschen.

Helmut Schmidt war ein Kanzler des Fortschritts und ein Vordenker der Globalisierung. Als Hanseat war ihm Inseldenken zutiefst zuwider. Er hat Deutschland immer in Europa und Europa immer auf der Weltbühne gesehen.

Seine Vision einer europäischen Integration war ein früher Wegbereiter der gemeinsamen europäischen Währung und der Wirtschafts- und Währungsunion. Seinem Schulterschluss mit dem französischen Präsidenten Giscard d‘Estaing verdanken wir den engen Austausch der wichtigsten Industriestaaten in den G7.

Schmidt war durch und durch ein hanseatischer Realist. Er wusste, dass man die Welt weder mit frommen Wünschen noch mit klugen Reden verbessert, sondern nur durch Handeln. Oft genug, in der Ölkrise der 70er Jahre, im ‚Deutschen Herbst‘ 1977 oder schon in der Hamburger Flut von 1962, hat er unser Land durch stürmische Zeiten navigiert.

Wir trauern um einen deutschen Demokraten, einen europäischen Wegbereiter und einen globalen Geist.

Helmut Schmidt war ein großer Staatsmann, bis zur letzten Zigarette."

In der Deutschen Botschaft wird ein Kondolenzbuch ausgelegt. Ein Eintrag  ist am Donnerstag, den 12.11.2015, von 11.00 bis 13.00 und 15.00 bis 17.00 Uhr, sowie am Freitag, den 13.11.2015, von 09.30 bis 12.30 Uhr  möglich. Bitte bringen Sie einen Ausweis mit.