Für die Zukunft Europas arbeiten

Aus Anlass des Deutsch-Kroatischen Forums sind Außenminister Frank-Walter Steinmeier und seine kroatische Amtskollegin Vesna Pusić am 14. Januar 2014 in Berlin zusammengekommen. Im Fokus stand neben den bilateralen Beziehungen vor allem die Zukunft Europas. Ein weiteres Thema war die Lage auf dem Westlichen Balkan

Kroatische Außenministerin Vesna Pusić und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier Bild vergrößern (© Auswärtiges Amt) Es war das erste Gespräch zwischen dem deutschen Außenminister und seiner kroatischen Amtskollegin Pusić seit Steinmeiers Amtsantritt. Beide gingen neben dem weiteren Ausbau der bilateralen Beziehungen vornehmlich auf die regionale Entwicklung des Westlichen Balkans ein. Dabei richteten sie ihren Blick vor allem auf den europäischen Erweiterungsprozess und die künftige Entwicklung der Europäischen Union.

Außenminister Steinmeier erklärte im Anschluss an das Gespräch: "Wir haben verabredet, dass wir weiter für die Zukunft Europas arbeiten wollen." Beide begrüßten das parallel tagende Deutsch-Kroatische Forum. Es diene dazu, Möglichkeiten auszuleuchten, die bilateralen Beziehungen weiter auszubauen.

Daneben erörterten Steinmeier und Pusić in ihrem Gespräch internationale Fragen wie den Syrien-Konflikt und die Lage in Nordafrika, aber auch die Bedeutung des Gedenkjahres 2014.

Deutsch-Kroatisches Forum

Zeitgleich fand im Auswärtigen Amt das Deutsch-Kroatische Forum statt. Wenige Monate nach dem Beitritt Kroatiens zur EU ist es Ziel des Forums, über Beiträge zur weiteren Vertiefung der Zusammenarbeit in Europa zu beraten.

Am Vormittag diskutierten intensiv und ganz konkret Experten in Arbeitsgruppen über zentrale EU-Themen: Dabei ging es sowohl um den optimalen Einsatz von Strukturfondsmitteln als auch darum, wie die Energieversorgung für die Zukunft gesichert werden kann. Als Vertreter der jungen Generation kamen parallel dazu deutsche und kroatische Nachwuchskräfte aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft zusammen: Sie tauschten sich lebhaft über die wechselseitige Wahrnehmung in ihren Ländern aus und nutzen die Gelegenheit, gemeinsam zu erörtern, wie man junge Menschen und ihre beruflichen Aussichten besser fördern könnte.

Kroatien: Im Herzen Europas

In einem zweiten Teil diskutierten rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beider Länder unter anderem mit Staatsminister Michael Roth und seinem kroatischen Amtskollegen Hrvoje Marušić. Auf dem Podium waren auch der deutsche Abgeordnete Josip Juratović und als Vertreter des kroatischen Parlaments der Abgeordnete Jozo Radoš beteiligt.

Podiumsdiskussion - Teilnehmer v.l.: Radoš, Roth, Marušić, Juratović. Moderiert von Andrea Despot. Bild vergrößern (© Auswärtiges Amt)

 Der Fokus der Diskussion lag auf dem Beitrag beider Länder für die weitere Entwicklung Europas. Eine besondere Aufgabe für politisch Verantwortliche sahen die Podiumsteilnehmer in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit vor allem bei der Jugend in Europas Süden. Staatsminister Roth betonte, dass Deutschland durch seine positiven Erfahrungen mit dem System der Dualen Ausbildung anderen Ländern helfen könne, ihre Bildungssysteme zu modernisieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Roth warb dafür, die sozialen Probleme in Europa anzugehen und damit populistischen Tendenzen entgegenzuwirken.

Ein weiteres Augenmerk legten die Diskussionteilnehmer auf den Beitrag zu einen positiven Bild Europas nach innen wie nach außen. Der kroatische stellvertretende Außenminister Marušić wünschte sich einen ehrlicheren Umgang mit Europa. Dass alle von der EU profitieren, müsse stärker vermittelt werden. Kroatien habe bewiesen, dass der europäische Weg sich lohne.

Auch Staatsminister Roth betonte die wichtige Rolle Kroatiens im Hinblick auf die europäische Perspektive des Westbalkans. Das kroatische Beispiel zeige, dass Kroatien „zwar nicht in der Mitte, aber im Herzen Europas“ liege.

Programm des Deutsch-Kroatischen Forums [pdf, 94.16k]