Kroatiens Außenminister Kovač in Berlin: Zurück bei Freunden

Mit dem kroatischen Außenminister Miro Kovač empfing Außenminister Steinmeier am Montag (08.02.) einen alten Bekannten zum Antrittsbesuch in Deutschland. Kovač war lange Jahre als Botschafter in Berlin und spricht fließend Deutsch. Wichtigstes Gesprächsthema war die aktuelle Flüchtlingssituation in Europa.

Kroatischer Außenminister Dr. Miro Kovač und Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier Bild vergrößern Kroatischer Außenminister Dr. Miro Kovač und Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier (© picture alliance / dpa)

Rückkehr eines alten Bekannten

"Willkommen zurück!" - mit diesen eher ungewöhnlichen Worten für einen Antrittsbesuch begrüßte Außenminister Steinmeier seinen neuen kroatischen Amtskollegen Miro Kovač in Berlin. Die freundschaftliche Atmosphäre lag jedoch nicht allein darin begründet, dass Kovač den deutschen Außenminister schon aus seiner Zeit als Botschafter in Berlin (2008-13) gut kannte. Deutschland und Kroatien erfreuen sich derzeit exzellenter bilateraler Beziehungen und vertreten insbesondere in europäischen Fragen meist gemeinsame Positionen. Steinmeier erklärte dementsprechend nach dem Gespräch, dass im Bilateralen nur wenig Gesprächsbedarf bestanden habe und man sich schnell den europäischen Herausforderungen zuwenden konnte.

Gemeinsame europäische Grundüberzeugung

Deutschland und Kroatien teilen eine gemeinsame europäische Grundüberzeugung, mit der sie auf die aktuellen Entwicklungen und allem voran die Flüchtlingskrise blicken. "Eine Desintegration Europas kann nicht die Perspektive sein, für die sich zwei europäisch aufgestellte Länder wie Deutschland und Kroatien einsetzen", sagte Steinmeier nach dem Gespräch. Hinsichtlich der Flüchtlingskrise sei er sich mit seinem kroatischen Amtkollegen einig:

"Es gibt hier keine nationalstaatliche Lösung. Es ist eine riesige Herausforderung für Europa, die wir, auch wenn es schwierig ist, gemeinsam bewältigen müssen."

Sorge um militärische Eskalation in Syrien

Darüber hinaus gelte es, an den Ursachen der Flucht zu arbeiten: "Die Menschen flüchten nicht einfach so aus ihrer Heimat, sondern sie flüchten vor Krieg und Gewalt, deshalb wird viel davon abhängen, ob uns eine politische Lösung für den Konflikt in Syrien gelingt", so Steinmeier. Anlass zur Sorge boten zuletzt die Aussetzung der Genfer Friedensgespräche und die jüngste militärische Eskalation rund um die Stadt Aleppo im Norden Syriens. Für Außenminister Steinmeier ist klar: "Wer immer auf eine militärische Lösung in Syrien setzt, wird fünf weitere Jahre Bürgerkrieg erleben."

Quelle: diplo.de