Geburt eines Kindes in Kroatien

Die nachstehenden Informationen dienen nur der ersten Orientierung und sind nicht abschließend. Es wird empfohlen, konkrete Einzelfragen mit der deutschen Auslandsvertretung zu klären.

Staatsangehörigkeit

Ein während einer bestehenden Ehe geborenes Kind eines deutschen Elternteils erwirbt durch die Geburt automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit. Dieser Automatismus tritt von Gesetzes wegen ein; einer speziellen Registrierung oder Anmeldung bedarf es nicht.

Sofern ein Elternteil die deutsche und ein Elternteil die kroatische Staatsangehörigkeit besitzt, erwirbt das Kind beide Staatsangehörigkeiten. Es ist nicht (mehr) erforderlich, dass sich das Kind mit 18 Jahren für die deutsche oder die kroatische Staatsangehörigkeit entscheidet, sondern es behält beide dauerhaft bei.

Hat ein Elternteil die deutsche und ein Elternteil eine sonstige Staatsangehörigkeit, erwirbt das Kind neben der deutschen Staatsangehörigkeit u.U. auch diese. Ob dies der Fall ist, muss bei der Auslandsvertretung des jeweiligen Staates erfragt werden.

Sind die Eltern bei der Geburt des Kindes nicht miteinander verheiratet, erwirbt das Kind die deutsche Staatsangehörigkeit in jedem Fall, wenn die Mutter Deutsche ist. Ist der Vater Deutscher, muss zunächst geprüft werden, ob eine nach deutschem Recht wirksame Vaterschaftsanerkennung vorliegt. Davon ist in der Regel dann auszugehen, wenn die Geburt durch einen kroatischen Standesbeamten beurkundet wurde und die Zustimmung der Mutter zur Vaterschaftsanerkennung vermerkt ist. Der Nachweis darüber wird durch einen vollständigen Auszug aus dem Geburtsregister erbracht.

Familienname

Führen die Eltern einen gemeinsamen Familiennamen (Ehenamen) nach deutschem Recht, erhält das Kind diesen Namen automatisch als seinen Geburtsnamen.

Führen die Eltern keinen gemeinsamen Namen, sei es, weil sie einen solchen bei der Eheschließung nicht bestimmt haben, sei es, weil sie nicht miteinander verheiratet sind, und steht ihnen die Sorge gemeinsam zu, müssen sie für den deutschen Rechtsraum eine Namenserklärung abgeben. Die Namenserklärung ist regelmäßig dann erforderlich, wenn für das Kind ein deutsches Ausweispapier (Reisepass oder Kinderreisepass) oder die Eintragung des Kindes in den Pass des deutschen Elternteils beantragt wird. Sie kann aber auch im Rahmen einer Geburtsanzeige (s. unten) abgegeben werden.

Hat das Kind ausschließlich die deutsche Staatsangehörigkeit, können die Eltern den zum Zeitpunkt der Geburt geführten Namen des Vaters oder den Namen der Mutter zum Geburtsnamen bestimmen.

Haben die Eltern unterschiedliche Staatsangehörigkeiten, können sie bestimmen, welche Rechtsordnung für die Namensführung ihres Kindes maßgeblich sein soll. Dies bedeutet, dass für das Kind eines kroatischen Elternteils die Anwendung des kroatischen Rechts bestimmt werden kann mit der Folge, dass das Kind entweder den Namen des Vaters oder den Namen der Mutter (analog wie im deutschen Recht) oder aber den Namen beider Elternteile erhalten kann.

Es wird darauf hingewiesen, dass für die Abgabe einer Namenserklärung regelmäßig die persönliche Vorsprache der Eltern erforderlich ist.

Beurkundung der Geburt in Deutschland

Die Geburt eines deutschen Kindes kann - muss aber nicht – bei dem zuständigen Standesamt in Deutschland nachbeurkundet werden. Hat ein Elternteil seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland, ist das dortige Standesamt für die Beurkundung des Antrags zuständig. Hilfsweise nimmt das Standesamt I in Berlin den Antrag entgegen. Der Antrag auf Nachbeurkundung der Geburt ist an keine Frist gebunden. Für die Nachbeurkundung der Geburt erheben die Standesämter Gebühren und Auslagen nach den landesrechtlichen Vorschriften. Für das Land Berlin muss mit einer Gebühr von mind. ca. 80.- Euro gerechnet werden.

Folgende Unterlagen sind i. d. R. vorzulegen:

Ehelich geborenes Kind

  • internationale Geburtsurkunde des Kindes
  • beglaubigte Abschrift aus dem Familienbuch oder Heiratsurkunde; bei Eheschließung der Eltern im Ausland zusätzlich die Geburtsurkunde der Mutter und die Geburtsurkunde des Vaters
  • Wohnsitzbescheinigung der Eltern
  • Reisepass oder Personalausweis der Mutter und des Vaters
  • ggf. Staatsangehörigkeitsausweis der Mutter bzw. des Vaters

Kind von nicht miteinander verheirateten Eltern

  • vollständiger Auszug aus dem Geburtsregister mit beglaubigter Übersetzung
  • ggf. sonstiger Nachweis über die Anerkennung der Vaterschaft
  • Geburtsurkunde des Vaters und Geburtsurkunde der Mutter
  • Wohnsitzbescheinigung der Eltern
  • Reisepass oder Personalausweis der Mutter und des Vaters
  • ggf. Staatsangehörigkeitsausweis der Mutter bzw. des Vaters

Ob und ggf. welche weiteren Unterlagen vorzulegen sind, erfragen Sie im Einzelfall bitte direkt im Konsularreferat der Botschaft.

Alle Angaben in diesem Merkblatt beruhen auf Erkenntnissen und Einschätzungen der Botschaft im Zeitpunkt der Textabfassung. Für die Vollständigkeit und Richtigkeit dieser Angaben, insbesondere wegen zwischenzeitlich eingetretener Veränderungen, kann keine Gewähr übernommen werden. Bei weiteren Fragen wird empfohlen, sich direkt an die jeweils zuständigen Stellen zu wenden bzw. einen Rechtsbeistand zu konsultieren.

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