Eheschließung in Kroatien

Eine Eheschließung ist in der deutschen Botschaft in Zagreb nicht möglich. Sie kann nur bei dem zuständigen kroatischen Standesamt vorgenommen werden und ist in Deutschland ohne weitere Anerkennung voll gültig. Eine sich an die standesamtliche anschließende kirchliche Trauung ist fakultativ und für die Wirksamkeit der Eheschließung nicht relevant.

Vom 01. Juli 1999 bis April 2013 war eine ausschließlich kirchliche Trauung nur zwischen kroatischen Staatsangehörigen möglich. Seit Mai 2013 können laut Mitteilung des kroatischen Verwaltungsministeriums auch ausländische Staatsangehörige eine nur kirchliche Trauung vornehmen lassen, die anschließend von dem zuständigen kroatischen Standesamt anerkannt wird. Die Voraussetzungen sind, dass alle erforderlichen, im weiteren Verlauf genannten Unterlagen zunächst dem Standesamt, das für den Kirchenbezirk zuständig ist, vorgelegt werden müssen. Die einzureichenden Unterlagen entsprechen grundsätzlich denen für die Anmeldung einer standesamtliche Trauung. Auf der Grundlage dieser Dokumente erteilt das Standesamt eine Bescheinigung, die der Kirche, in der die Trauung stattfinden soll, übermittelt wird.

Nach der kirchlichen Trauung wird die Eheschließung auf der Grundlage einer Bescheinigung der Kirche in das Personenstandsregister des zuständigen Standesamts eingetragen. Anschließend kann eine Heiratsurkunde ausgestellt werden.

Deutsche, die nicht in Kroatien wohnhaft sind, können grundsätzlich bei jedem kroatischen Standesamt miteinander die Ehe schließen. Eine Wohnsitznahme ist nicht erforderlich. Der Termin für die Eheschließung kann frühestens 45 Tage vorher vereinbart werden. Eine Aufgebotsfrist gibt es nicht. Die Anmeldung zur Eheschließung kann nur persönlich, also nicht schriftlich, telefonisch oder durch einen Bevollmächtigten, erfolgen. Bei der Trauung müssen zwei Zeugen zugegen sein. Diese können in der Regel auch kurzfristig vor Ort bestimmt werden. Wenn ein Verlobter nicht kroatisch spricht, muss bei der Eheschließung ein gerichtlich zugelassener Dolmetscher anwesend sein.

Zur Anmeldung der Eheschließung müssen folgende Unterlagen vorgelegt werden:

•    gültiger Reisepass;
•    internationale Geburtsurkunde, die nicht älter als 3 Monate ist. Sofern eine Geburtsurkunde auf nationalem Vordruck vorgelegt wird, muss diese von einem vereidigten Übersetzer ins Kroatische übersetzt und vom zuständigen Amtsgericht mit einer Apostille versehen werden;
•    Ehefähigkeitszeugnis, das ebenfalls von einem vereidigten Übersetzer ins Kroatische übersetzt und vom zuständigen Amtsgericht mit einer Apostille versehen ist;
•    in Einzelfällen wird vom Standesbeamten zusätzlich eine konsularische Bescheinigung verlangt. Diese kann unter Vorlage des Ehefähigkeitszeugnisses von der Botschaft ausgestellt werden.

Die Apostille wird nach dem Haager Übereinkommen erteilt von dem für das ausstellende Standesamt zuständigen Amtsgericht in Deutschland.

Das Ehefähigkeitszeugnis wird mit einem Formantrag (erhältlich beim zuständigen deutschen Standesamt oder bei der Botschaft) beantragt. Sofern Sie den Antrag nicht persönlich in Deutschland stellen wollen, ist die Beglaubigung Ihrer Unterschrift durch die Botschaft möglich. Anschließend können Sie den Antrag postalisch an das zuständige Standesamt übermitteln.

Die Ausstellung des Ehefähigkeitszeugnisses ist gebührenpflichtig (derzeit: 55.- Euro). Es ist ab Ausstellung sechs Monate gültig.
Folgende Unterlagen sind dem Antrag auf Ausstellung eines Ehefähigkeitszeugnisses von beiden Verlobten in der Regel beizufügen:

1. Für den/die deutsche/n Verlobte/n mit Wohnsitz in Deutschland:
-    Aufenthaltsbescheinigung der Meldebehörde der Hauptwohnung und zusätzlich der Nebenwohnung mit Angabe des Familienstandes, des Wohnortes und der Staatsangehörigkeit
-    Geburtsurkunde oder einen beglaubigten Ausdruck aus dem Geburtenregister bzw. eine beglaubigte Abschrift aus dem Geburtenbuch
-    ggf. Nachweis der letzten Eheschließung und deren Auflösung
-    beglaubigte Fotokopie eines amtlichen Ausweises (z.B. Reisepass, Personalausweis)

2. Für den/die deutsche/n Verlobte/n mit Wohnsitz in Kroatien:
-    Geburtsurkunde oder einen beglaubigten Ausdruck aus dem Geburtenregister bzw. eine beglaubigte Abschrift aus dem Geburtenbuch
-    beglaubigte Fotokopie eines amtlichen Ausweises (z.B. Reisepass, Personalausweis)
-    Wohnsitzbescheinigung („uvjerenje o prebivalištu“) mit beglaubigter deutscher Übersetzung
-    bei früherem Wohnsitz in Deutschland: Aufenthaltsbescheinigung der letzten Meldebehörde
-    zusätzliche Unterlagen - ggf. mit beglaubigter deutscher Übersetzung - bei Verlobten, die verheiratet gewesen sind, z.B. Sterbeurkunde früherer Ehegatten, rechtskräftiges Scheidungsurteil (bei im Ausland ausgesprochener Scheidung ggf. zusätzlich Bescheinigung über deren Anerkennung erforderlich)

3. Für den/die kroatische/n Verlobte/n mit Wohnsitz in Kroatien:
-    internationale Geburtsurkunde; sofern eine Geburtsurkunde auf nationalem Vordruck vorgelegt wird, muss diese von einem vereidigten Übersetzer ins Deutsche übersetzt und vom zuständigen Gemeindegericht (općinski sud) mit einer Apostille versehen werden;
-    Wohnsitzbescheinigung mit beglaubigter deutscher Übersetzung
-    beglaubigte Fotokopie des Reisepasses (putovnica) oder Personalausweises (osobna iskaznica)
-    zusätzliche Unterlagen bei Verlobten, die verheiratet gewesen sind (s.o.)

4. Sonstige Unterlagen:
-    Geburtsnachweis (in der Regel eine vollständige Abschrift aus dem Geburtenregister = izvadak iz matice rođenih) für ein gemeinsames Kind der Verlobten, dessen Geburt nicht in Deutschland beurkundet worden ist. Die Vaterschaft muss jedoch auch nach deutschem Recht wirksam sein;
-    evtl. beglaubigte Kopien von Sorgeerklärungen für das gemeinsame Kind

Die angegebenen Erfordernisse ergeben sich aus Erfahrungswerten der Botschaft. Es steht jedem Standesbeamten frei, sich weitere Unterlagen vorlegen zu lassen. Das zuständige Standesamt entscheidet allein und in eigener Zuständigkeit über die zur Eheschließung vorzulegenden Unterlagen.

Um die spätere Urkundenbeschaffung zu vermeiden, sollte bereits bei Anmeldung der Eheschließung eine internationale Heiratsurkunde bestellt und auf die Aushändigung unmittelbar nach der Trauzeremonie Wert gelegt werden. Die nachträgliche Ausstellung der Urkunden kann mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Die von den kroatischen Standesämtern zu gegebener Zeit an die Botschaft übersandte Heiratsurkunde ist für amtliche Zwecke bestimmt und kann den Eheleuten nicht übersandt werden.

Es wird darauf aufmerksam gemacht, dass die von den kroatischen Standesämtern erteilten internationalen Heiratsurkunden zur Vorlage bei deutschen Behörden keiner Legalisation und sonstiger Vermerke über die Echtheit bedürfen. Jedoch ist die Anbringung einer Apostille erforderlich, wenn es sich um eine nationale, d.h. in ausschließlich kroatischer Sprache ausgestellte Urkunde handelt.

Antrag auf Ausstellung eines Ehefähigkeitszeugnisses [pdf, 13.97k]  

Alle Angaben in diesem Merkblatt beruhen auf Erkenntnissen und Einschätzungen der Botschaft im Zeitpunkt der Textabfassung. Für die Vollständigkeit und Richtigkeit dieser Angaben, insbesondere wegen zwischenzeitlich eingetretener Veränderungen, kann keine Gewähr übernommen werden. Bei weiteren Fragen wird empfohlen, sich direkt an die jeweils zuständigen Stellen zu wenden bzw. einen Rechtsbeistand zu konsultieren.

Eheschließung

Zwei Eheringe